Beobachten eines Momentes
28. Januar 2026
Jurorbeitrag von Johannes Hünich
Wie stark Wasser den Geschmack von Wein beeinflusst, ist bekannt. Wie tiefgreifend diese Wechselwirkung tatsächlich ist, wurde in diesem Format und dieser Intensität jedoch kaum untersucht.
Genau hier setzt der Wein & Wasser Pairing Award 2026 an, der vom 23. bis 25. Januar in Nordheim am Main stattfand.
Eine interdisziplinär besetzte Jury aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein widmete sich erstmals ausschließlich der Frage, wie unterschiedliche Mineralwässer den Charakter ein und desselben Weins sensorisch zur Geltung bringen.
Im Mittelpunkt stand ein einzelner Wein: der Silvaner Grande 2022 des fränkischen Bio-Weinguts Manfred Rothe, der international als Pionier im Natur- und Biowein bekannt ist. Dem Wein wurden zehn Mineralwässer in systematisch durchgeführter Blindverkostung zur Seite gestellt.
Verkostet wurde unter konstanten Bedingungen: identische Gläser, exakte Temperaturen, konsequentes Avinieren – um selbst feinste Unterschiede in Aroma, Textur, Dynamik, Struktur und Körper im Verlauf von Antrunk bis Nachhall zu erfassen.
„Hier wird sichtbar, wie Wasser, Struktur, Länge und Charakter eines Weins verändern kann [...]“
„Dieses Format geht deutlich weiter als klassische Verkostungen“, betonte Sommeliermeister Patrick Nitsche, einer der zehn Jurymitglieder. Die Juroren beschrieben übereinstimmend, dass einzelne Wässer den Wein öffnen, andere ihn straffer, kühler oder cremiger erscheinen lassen – überraschend nachvollziehbar. Hier geht es zu den Ergebnissen jedes einzelnen Wein- & Wasser-Pairings.
„Der beobachtende Trinkgenuss rückt in den Fokus.“
Das Besondere: Wasser und Wein werden nicht isoliert betrachtet, sondern als miteinander wirkende Partner. Damit rückt ein Aspekt in den Fokus, der für Gastronomie und Genusskultur zunehmend an Bedeutung gewinnt: das gezielte Pairing von Wasser und Wein zur Steigerung von Trinkfreude und Gesamterlebnis.